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Urushi

Urushi ist eine höchst aufwendige Lacktechnik, die seit etwa 6000 Jahren in Japan und China in höchster Perfektion gepflegt wird. Der Anstrichstoff für diese Technik stammt vom Lackbaum (Rhus verniciflua), dessen Harz besondere Eigenschaften aufweist. Die Anwendung dieser Technik war früher nur dem japanischen und chinesischem Hochadel vorbehalten, deren Schwertgriffe, Möbel und Schmuckschatullen mit Urushi künstlerisch verziert und geschützt wurden.
Die Urishierung ist höchst zeitaufwendig und verlangt das größte Maß an Können. Noch heute ziehen Urushi-Künstler in hohe Bergregionen um staubfrei arbeiten zu können. In unzähligen Arbeitsschritten werden mindestens zwanzig bis nicht selten auch über 200 Schichten Urushi aufgetragen. Die Aushärtezeit beträgt pro Schicht zirka eine Woche. Zahlreiche Zwischenschliffe und Polierungen müssen erfolgen, ehe das Kunstwerk vollendet ist. Manches Kunstwerk dauert somit mehrere Jahre. Die Lackschicht kann bis auf mehr als einen Zentimeter heranwachsen. Dann nämlich, wenn die Technik des Lackschnitzens eingesetzt wird. Traditionell wird das Anstrichmittel rot (mit Eisenoxid und Zinnober) oder schwarz (mit Ruß) pigmentiert. Teilweise wird Urushi nur soviel Pigment zugesetzt, dass der Lack lasierend und halb durchsichtig wirkt. Nicht selten wird Gold- oder Silberpulver eingestreut, aber auch Blattmetall, Eierschalen oder Perlmutt kommen zum Einsatz.
Urushi besticht in fertigem Zustand durch einen ungewöhnlichen Glanz und einer Farbtiefe, die weder durch eine Schelllackpolitur oder ein anderes Lackverfahren erreicht werden. Dazu ist Urushi gegen Wasser, Säuren, Lösungsmittel, Alkohol beständig. Das in Urushi enthaltene Urushiol verhindert Schimmelbildung. Im völlig durchgehärteten Zustand ist Urushi dauerelastisch und lebensmittelecht. Lediglich lange andauernde Einwirkung eines intensiven Sonnenlichts kann ihm schaden.
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